
Lesetipp von
Eva Lorenzen
23.05.2025
Die bekannte italienische Schriftstellerin Dacia Maraini erinnert an ihre Kindheit in Japan in den 1940er Jahren und die traumatische Zeit in einem Internierungslager.
Die Autorin war sieben Jahre alt, als ihre Eltern sich weigerten, das faschistische Regime in Italien anzuerkennen. Daraufhin wurde die ganze Familie als „feindliche Ausländer“ in einem japanischen Lager interniert. Die Wachen hatten eine sadistische Freude daran, die Insassen zu drangsalieren und hungerten sie Stück für Stück aus, sodass von der anfänglich diskussionsfreudigen Gemeinschaft bald nichts mehr übrig blieb. Die Welt bestand einzig aus Hunger, Erniedrigungen und der ständigen Angst um Leib und Leben.
Dacia Maraini beschreibt gleich am Anfang des Buches, wie schwer es ihr gefallen sei, alte Wunden aufzureißen und sich diesem Thema zu stellen, das ihr ganzes Leben geprägt hat. In Interviews betont sie, wie wichtig es ihr gerade in der heutigen Zeiten erscheine, diese Kriegserfahrungen eines Mädchens, einer direkten Zeugin, zu teilen.
Ein bewegendes, persönliches Buch über einen weitestgehend in Vergessenheit geratenen Teil der Geschichte. Über ein Leben im festen Glauben an die Kraft der Poesie. Ein Appell an die Menschlichkeit und gegen den Rassismus.
Übersetzung: Aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
Roman
folio, 25,00 €
Bahrenfelder Str. 79,
22765 Hamburg
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